Von Dunedin aus sind wir der „Southern
Scenic Route“ Richtung Invercargill gefolgt. Diese führt durch die
verschiedenen „Scenic Reserves“ des Südens. Vorbei gekommen sind
wir an verschiedenen Wasserfällen, wie z.B. den beeindruckenden Mclean Falls.
| Mclean Falls |
| Horseshoe Falls |
Danach standen in unserem Straßenatlas
(wir fahren ja ohne Navi), wo auch alle mehr oder weniger
interessanten Sehenswürdigkeiten eingetragen sind, „die Niagara
Falls von NZ“. Das ganze Dorf heißt Niagara, es gibt extra ein
Niagara-Café und natürlich die Wasserfälle. Dort angekommen
bestand das Dorf eigentlich nur aus dem Café und einem weiteren
Haus. Wir haben geparkt und sind den Hinweisschildern zu den
Wasserfällen gefolgt, bis wir vor einem Aussichtspunkt standen, wo
zum Vergleich die „richtigen“ Niagara Falls abgebildet waren und
dahinter folgender, völlig unspektakulärer Bachlauf zu sehen war.
| Niagara Falls from NZ ;) |
Ich würde nicht mal Wasserfall dazu sagen und besonders ähnlich
sieht es den echten Niagara Falls auch nicht, aber wahrscheinlich
führt dieser kleine Spaß dazu, dass das Café auch Umsatz macht,
weil alle hier stoppen um die Wasserfälle zu sehen :).
Weiter ging es auf der Scenic Route
vorbei am „Nugget Point“ und der Porpoise Bay. Hier haben wir sogar
Delfine gesehen :)
| Leuchtturm am Nugget Point |
Danach kam der „Slope Point“, der
südlichste Punkt auf der Südinsel Neuseelands.
| Der südlichste Punkt auf der Südinsel |
Eher empfunden als Südpunkt wird wohl
die Südspitze von Bluff, weil man hier auf einer Halbinsel steht und
der „State Highway 1“ beginnt, der durch ganz Neuseeland führt.
Klingt nach einer großen Autobahn, aber die meisten Highways sind
ausgebaut wie bei uns normale Landstraßen. Da gibt es auch öfter
mal Brücken, die nur einspurig sind und man dem Gegenverkehr Vofahrt
gewären muss. Aber hier ist so wenig Verkehr, dass man selten warten
muss.
Wir haben uns auch Invercargill
angeschaut, aber darüber gibt es nicht so viel zu erzählen: Eine
für neuseeländische Verhältnisse große Stadt mit einem schönen
Museum und laut Reiseführer lebendigem Nachtleben. Wir haben in
einem Irish Pub am Kamin gesessen und versucht die Spielregeln vom
Rugby und den Unterschied zu Football herauszufinden. Die
Neuseeländer sind Rugby-Fans und es lief ein Spiel im Fernsehen.
| Tuatara im Museum in Invercargill |
Wenn man weiter auf der Southern Scenic
Route fährt, kommt man in dem verschlafenen Örtchen Tuatapere
vorbei. Hier gibt es eine Touristeninformation an der wir erfahren
haben, dass der „Humpridge Track“ hier startet. Spontan haben wir
entschieden, dass wir fit genug sind für unsere erste mehrtägige
Wanderung mit Gepäck und haben die Übernachtungen in den beiden
Hütten des Humpridge Tracks gebucht, für den folgenden Tag. Die
Wanderung dauert drei Tage mit zwei Übernachtungen und ist insgesamt
etwa 62km lang. Gestartet sind wir am Karfreitag morgens. Da die
Hütten auf dem Track schon im „Wintermodus“ sind (das heißt das
Gas ist abgeschaltet und es gibt nur kaltes Wasser), mussten wir
einiges an Gepäck mitnehmen: Genug trockene Wechselklamotten,
Schlafsäcke, Genug zum Essen für uns beide (aber nicht zuviel, weil
wir mussten es ja tragen), Gaskartusche und Kocher inkl. Topf und
Besteck und was man sonst so braucht, ganz wichtig:
Insektenabwehrmittel... gegen Sandflies. Das sind kleine Mücken, die
eigentlich genauso aussehen wie Fruchtfliegen, aber leider stechen
und an manchen Stellen gleich Schwarmweise über einen herfallen.
Eine sehr gute Motivation beim Wandern nicht stehen zu bleiben ;)
| Unser Gepäck |
Acht Stunden, 21 km und 900 Höhenmeter
nach dem Start hatten wir die erste Hütte erreicht. Angegeben war
die Strecke für 7 bis 9 Stunden, wir waren also nicht zu langsam,
auch wenn ich zwischendurch gezweifelt habe, jemals oben anzukommen und Heiko ohne mich wahrscheinlich viel schneller oben gewesen wäre ;).
Auf der Hütte waren schon ein paar andere Wanderer angekommen, die
wir zum Teil auch unterwegs schon getroffen hatten. Es gab vier
Schlafräume, wo jeweils acht Leute drin schlafen konnten, eine
Küche, wo gekocht, gegessen und gespült werden konnte und eine
Toilette. Beheizt sind diese Hütten nicht, sodass wir bei etwa 8°C
Küchen- und Schlafraumtemperatur ankamen. Ziemlich beeindruckt waren
wir, als etwa eine Stunde nach uns (schon fast im Dunkeln) eine
18-köpfige Gruppe mit einigen Erwachsenen und ziemlich vielen
Kindern oben ankam. Das jüngste der Kinder war erst 11 und jedes
hatte einen Wanderrucksack dabei und alle haben gejubelt, als sie
endlich oben waren :)
Am zweiten Tag ging es viel bergab und
und es war nicht ganz so anstrengend, wie der erste Tag.
Die zweite Hütte war etwas geselliger,
weil alle Wanderer in einem Raum geschlafen und gekocht haben. Hier
gab es sogar einen Ofen und einer der Wanderer, die vor uns da waren,
war am Holzhacken als wir ankamen. Den Ofen haben wir aber nicht
angemacht, weil es auch so warm genug war. Die Hütte hatte eine sehr
Hohe Decke und da war ein riesiges Hochbett mit drei Etagen, wo in
jeder Etage fünf Schlafplätze waren. Gegenüber waren noch normale
Hochbetten. Im gleichen Raum war ein großer Tisch und
Kochmöglichkeiten (eine Spüle und eine Arbeitsplatte, auf der man
seinen Kocher aufbauen konnte). Licht gibt es übrigens auch nicht in
den Hütten, sodass man Kopflampen oder Taschenlampen braucht, wenn
es dunkel wird. Ein paar der etwa 16 Wanderer hatten Kerzen dabei,
die Abends auf dem großen Tisch standen.
| Ein Teil des großen Hochbettes |
Am dritten Tag ging es etwa 20 km
zurück zum Auto, teilweise am Strand entlang :) Als wir am späten
Sonntag Nachmittag dann wieder auf dem Parkplatz ankamen, hätte ich
wahrscheinlich keinen Kilometer mehr laufen können, aber es war
toll: So schöne Landschaften, viele Vögel und manchmal stundenlang
keine anderen Leute. Der Track wirbt mit dem Slogan „More
wilderness, less people...“ . Unsere Vorratsplanung ist erstaunlich
gut aufgegangen, sodass wir beide satt geworden sind und trotzdem
nichts außer zwei Scheiben Brot und etwas Erdnussbutter wieder mit
zurück gebracht haben.
So haben wir also Ostern im Wald
verbracht und nicht wirklich mitbekommen, wie das hier gefeiert wird.
Bunte Ostereier gab es nicht zu kaufen, aber welche aus Schokolade.
Ich habe kaum Bilder gemacht auf dem
Track, deshalb werde ich welche nachreichen, wenn die von Heiko auf den PC übertragen sind.
Weiter geht es jetzt ins Fjordland, und
weil uns das Wandern so gut gefallen hat, werden wir als nächstes
den Kepler-Track laufen. Wir sind jetzt in Te Anau und am Samstag
morgen werden wir starten und dann vier Tage unterwegs sein.
| Lake Monowai |

