Das beeindruckende an Borneo ist die
Pflanzen- und Tierwelt des Regenwaldes. Deshalb haben wir uns nach
soviel Zivilisation in den letzten Tagen in den Dschungel begeben.
Von Kuching aus haben wir zwei Nationalparks besucht: Der erste war
der Gunung Gading Nationalpark in dem man, wenn man Glück hat, die
größte Blume der Welt sehen kann. Die „Rafflesia“ kann einen
Blütendurchmesser von bis zu 1m erreichen, aber sie blüht nicht
regelmäßig, sehr selten und nur wenige Tage lang. Wir hatten Glück
und haben ein kleineres (und nicht mehr ganz so hübsches) Exemplar
der Pflanze sehen können.
| Rafflesia |
Um die Pflanze abseits des Weges zu
finden, waren wir mit einem Guide unterwegs, die uns auch andere
Tiere des Urwalds gezeigt hat. Manche sind harmlos, wie z. B. dieser
Milliped (eine Art Tausendfüßler).
| Tausendfüßler |
| Diese beiden sind immer zu zweit unterwegs und machen ziemlich viel Krach, für so kleine Tiere |
Andere sind nicht so harmlos, wie diese
Tarantel. Wer mich kennt, wird sich wundern, dass ich bei diesem
Anblick nicht schreiend aus dem Wald gerannt bin, aber das Foto ist
nur Dank des weitreichenden Zooms meiner Kamera entstanden.
Gefährlich oder nicht, den Spinnen komme ich freiwillig eh nicht zu
nahe...
| Tarantel, die wie ein Menschengesicht aussieht |
Als nächstes waren wir im Bako
Nationalpark, den man nur per Boot erreichen kann. Dafür kann man
aber im Park in Bungalows übernachten, was wir auch zwei Nächte
lang gemacht haben. Hier wird man immerhin schonmal mit einem
informativen Warnschild auf die gefährliche Tierwelt hingewiesen.
Und auch auf weitere ernstzunehmende
Gefahren.
Die einzigen Tiere, die einen wirklich
attackieren sind diese Affen. Wenn man auf der Terrasse der Cafeteria
sitzt, springen die Affen über die Brüstung auf den Tisch und
klauen einem das Essen vom Teller während man isst. Uns wurde nichts
geklaut, aber dem Nachbartisch. Morgens wurden wir von Affen geweckt,
die auf dem Dach des Bungalows herum gesprungen sind.
| Erst tun sie so, als wenn sie nie etwas böses anstellen könnten... |
| Affenfamilie |
| "Bearded Pig" |
Eigentlich fährt man nach Bako um
Proboscis-Affen zu sehen. Das sind die hellbraunen, recht großen
Affen mit der langen, herunter hängenden Nase. Die haben wir auch
gesehen, aber es ist leider kein veröffentlichungswürdiges Fotos zustande gekommen.
Stattdessen haben wir andere fotogene
Tiere gefunden, manche nur durch den freundlichen Hinweis anderer
Besucher: Auf dem Zettel steht etwa: „Achtung! Pit Viper, Schlange,
giftig“ und ein Pfeil nach oben.
Schlangen gibt es hier viele, aber die
bewegen sich nicht viel, weshalb es sich lohnt, Zettel aufzuhängen:
Diese grünen Pit Vipern sind gut getarnt und bleiben etwa zwei
Wochen oder noch länger an der gleichen Stelle sitzen.
Das schöne an Bako ist, dass man an
mehreren Stellen des Parks an den Strand gehen kann :)
Von Kuching aus ging es nach Miri. Wir
sind mit dem Bus gefahren und haben den Nachtbus genommen. Da kann
man wenigstens (versuchen zu) schlafen auf der
14-stündigen Fahrt.
Miri an sich ist keine hübsche Stadt,
um es freundlich auszudrücken: Viele Gebäude in schlechtem Zustand
und dazwischen, lieblos verstreut, wenige moderne und einige weniger
moderne Hochhäuser und Shoppingmalls. Gehwege gibt es fast gar nicht
und Fußgängerampeln funktionieren meistens nicht, wenn es sie mal
gibt.
Um von A nach B zu kommen, haben wir es
mit dem öffentlichen Nahverkehr, der hier aus Bussen besteht,
versucht. Das Busfahren hatte, sowohl in Kuching als auch hier, viel
mit einer Schnitzeljagd gemeinsam: Bushaltestellen gibt es recht
viele, aber die haben weder einen Namen noch eine Nummer und
erst recht keinen aushängenden Fahrplan. Ein gutes Zeichen ist immer,
wenn schon Leute da sitzen, da kann man sicher sein, dass auch bald
ein Bus kommt. Ansonsten muss man sich halt durchfragen und bekommt
dann so Antworten wie: „Fahrt mit dem Bus aus der Stadt raus, bis
zu großen Petronas Tankstelle und fragt da nach der Abkürzung zum
Busterminal“. Haben wir gemacht: Die Abkürzung bestand aus einem
Loch im Zaun und dahinter einem Trampelpfad durch einen kleinen Wald,
aber wir sind immer da angekommen, wo wir hinwollten :) Ein bisschen
erschwerend dabei ist, dass längst nicht alle Englisch sprechen und
dann trotzdem „ja“ sagen, auch wenn sie einen gar nicht
verstanden haben. Wenn man den Busfahrer also fragt, ob er ins
Stadtzentrum fährt und er „Ja“ sagt, sollte man trotzdem gut
aufpassen, wo der Bus abbiegt ;)
Die Langstreckenbusse dagegen sind sehr
gut organisiert. Da gibt es riesige Busterminals, mit digitalen
Anzeigetafeln und einer Wartehalle wie am Flughafen.
Von Miri aus haben einen Tagestrip zum
kleinen Lambir Hills National Park gemacht. Da haben wir aber nicht
so viele Tiere gesehen und sind ordentlich nass geworden...
| Chinesischer Tempel in Miri |
Danach ging es zum Mulu Nationalpark.
Den kann man nur mit dem Flugzeug erreichen. Mit einem relativ
kleinen Flugzeug...
| 72 Passagiere fasst das Flugzeug. Wir waren zu zehnt :) |
Das Besondere an Mulu sind die vielen
und großen Höhlen in den Kalksteinfelsen. Eine davon ist die" Deer
Cave" aus der jeden Abend vor Sonnenuntergang mehrere Millionen
Fledermäuse strömen, um bei Nacht zu jagen. Dieses Schauspiel haben
wir uns am Abend unserer Ankunft angesehen.
| Unten, mittig: der Eingang zur "Deer Cave" |
![]() |
| Besser nicht zu nah ran gehen... |
Übernachten kann man sowohl im Park,
was ziemlich teuer ist, als auch außerhalb des Parks im winzig
kleinen Ort Mulu. Hier haben wir in einem Hostel übernachtet, sehr
einfach eingerichtet, aber das beste Frühstück was wir in Asien bis
jetzt bekommen haben :) Mit Reis oder gebratenen Nudeln,
Pfannkuchen, frittierten Bananen oder frischer Ananas und vielen
anderen leckeren Kleinigkeiten.
Zu Fuß brauchten wir nur sechs Minuten
zum Parkeingang.
| Auf dem Weg vom Hostel zum Park |
Da haben wir dann eine kurze Bootsfahrt
auf dem Fluss unternommen um zwei der riesigen Höhlen zu
besichtigen. In den so genannten „Showcaves“ läuft man auf
Holzstegen, Treppen und Brücken durch die ausgeleuchteten Höhlen.
| Es war so wenig Wasser im Fluss, dass wir das Boot manchmal schieben mussten. |
| Mit solchen Booten sind wir gefahren |
| Ausgang der "Cave of the Wind" |
| Clearwater Cave |
Am nächsten Tag haben wir morgens den
„Canopywalk“ gemacht. Da geht’s auf knapp 40m Höhe auf
Hängebrücken durch den Wald, um die Tierwelt in den höheren
Stockwerken des Regenwaldes zu bewundern. Da die restlichen sieben
angemeldeten Teilnehmer nicht erschienen sind, waren wir mit unserem
Guide, Heidi, allein unterwegs :) Wir haben Eichhörnchen, Vögel und
Schmetterlinge gesehen und wer hätte es gedacht: Natürlich auch
hier wieder Schlangen.
| Fast 30°C, aber wegen Insekten doch lieber lange Ärmel... ;) |
| Canopy Walk |
Am Nachmittags haben wir eine der
einfachen Adventurecave-Touren mitgemacht. Hier klettert man mit Helm
und Kopflampe durch die Höhle, an Seilen hoch und runter und durch
enge Zwischenräume. Gesichert ist man dabei durch Seile und
Karabiner, die man an den festmontierten Seilen an der Höhlenwand
einklinkt. Unser Guide war wieder Heidi und mit einer sehr lustigen
und fitten Truppe aus insgesamt fünf Teilnehmern und einem Guide
ging es etwa vier Stunden hoch und runter und geradeaus durch die
„Stonehorsecave“. Das hat riesig viel Spaß gemacht :)
Es wäre ja nicht Borneo, wenn es nicht
auch hier wieder giftige Tiere geben würde... Hier zum Beispiel ein
Centiped (Hundertfüßler).
| Dieses Exemplar hab ich auf dem Nightwalk in Bako fotografiert. Die in der Höhle waren größer... |
Manch einer hat kopfschütteld zur Kenntnis genommen, dass man nicht mal im Dschungel
auf Borneo dem Fußballwahn entkommen kann. Andere haben sich
gefreut, so wie wir und etwa 15 andere Interessierte, und haben sich
pünktlich um vier Uhr morgens im Cafe „Good Luck“ versammelt :)
Der Name war Programm: Auf einer großen Leinwand haben wir den
überragenden Sieg des deutschen Teams verfolgt. Am nächsten
Morgen, oder besser gesagt: Wenige Stunden später, ging es zurück
nach Miri.
Wenn man von einem der
giftigen Tiere gebissen wird, wird man mit dem Helikopter zur
nächsten Klinik geflogen. Laut Heidi kommt das öfter vor, aber nur
weil Touristen versuchen, die Tiere anzufassen. Unser Flugzeug musste
vor dem Start kurz warten, weil der Heli auf der Startbahn stand und
eine junge Frau auf einer Trage eingeladen wurde... Vielleicht hatte
sie sich ja auch einfach nur verletzt und keines der Tiere war
beteiligt...
Von Miri ging es direkt
weiter nach Brunei Darussalam. Brunei ist eins der reichsten Länder Asiens und
eins der kleinsten Länder der Welt. Dank Ölquellen vor der Küste
zahlen die Menschen hier keine Steuern und das Gesundheits- und
Bildungssystem sind kostenlos. Außerdem ist der Sprit unglaublich
günstig. Regiert wird der kleine Staat von einem Sultan, der viele
prunkvolle Moscheen baut. Brunei ist sehr stark islamisch geprägt
und da gerade Ramadhan ist, wird gefastet. Von etwa 6:00 Uhr morgens
bis etwa 6:30 Uhr abends darf weder gegessen noch getrunken werden.
Auch in Malaysia gibt es viele Leute die fasten, aber in Brunei ist
es bei Strafe verboten tagsüber in der Öffentlichkeit zu essen oder
etwas zu trinken. Nichtmal Wasser ist erlaubt... und das bei 30°C.
Kaum ein Restaurant hat tagsüber geöffnet und falls doch, darf man
das Essen nur mitnehmen und zu Hause essen. Das wäre in diesem Fall
das einzige Hostel, dass es in der Stadt gibt. Männer und Frauen
sind hier in verschiedenen Gebäudetrakten untergebracht und dürfen
den jeweils anderen Teil nicht betreten. Das macht die Sache mit dem
tagsüber Essen zu einer äußerst romantischen Angelegenheit:
Fastfood allein im Zimmer … ;) In dem Hostel ist nicht viel los.
Ich schlafe in einem Raum mit zehn Betten, alleine... Das hat wohl zu
diesem ungewöhnlich langen und ausführlichen Blogeintrag geführt. In Brunei gibt es auch nicht soviel zu sehen, deshalb werden wir
nicht lange bleiben.
| Moschee in Bruneis Hauptstadt |

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Klingt sehr spannend, was du da schreibst! Wir freuen uns drauf nächste Woche persönlich mehr davon zu hören! Bleibt nicht zu lange in Brunei - mich würden da keine zehn Pferde hinkriegen, nachdem, was du so beschreibst... Gute Weiterreise, Flukke (und Ann-Katrin)
AntwortenLöschenDas erste Bild (Rafflesia)... Mein erster Gedanke:
AntwortenLöschenWarum zum Geier trägt Heiko am anderen Ende der Welt eine Leder-Latzhose :D Dann habe ich das Bild mal vergrößert.... okay, das ist ein Rucksack :D
Ich wünsche euch noch viel Spaß, lasst euch niocht vom wilden Affen beißen!
:D jetzt wo du es sagst, passt auch das Karohemd gut zur Lederlatzhose ^^ Ich laufe natürlich im Dirndl durch den Dschungel, um uns gleich als Deutsche kenntlich zu machen ;)
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