Wir sind pünktlich am Abend bevor wir wieder zur Einwanderungsbehörde mussten in Denpasar angekommen. Als wir dann am nächsten Morgen früh unsere Pässe abholen wollten, haben wir erfahren, dass wir nur zum Bezahlen kommen sollten und unsere Pässe erst am nächsten Nachmittag wieder bekommen. Umständlicher kann man eine Visumsverlängerung wohl kaum gestalten: Dreimal muss man zur Behörde. Beim ersten Mal alles abgeben, beim zweiten Mal bezahlen und dann die Pässe wieder abholen. Im Endeffekt haben wir unsere Pässe aber wiederbekommen, mit neuem Stempel, der jetzt bis zum 12.09. gültig ist. Der Stempel in Heikos Pass ist mit Tipex korrigiert... Das sieht ein bisschen aus, wie selber geändert und ich hoffe das gibt keine Probleme bei der Ausreise.
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| Denkmal in Denpasar |
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Diese vier wollten unbedingt fotografiert
werden :) |
Hier mal ein Beispiel dafür, wie der Verkehr aussieht: Fast nur Roller und fast alle mit mindestens zwei Personen und anderem Kram beladen. Man beachte das Kleinkind auf dem Roller im Vordergrund ;)
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| Rollerfahrer in Denpasar |
Für so viele Roller braucht man natürlich auch Tankstellen. Die sehen folgendermaßen aus und sind alle paarhundert Meter zu finden.
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| "Tankstelle" |
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Das Benzin (oder das, was als Benzin verkauft wird)ist in Vodka-Flaschen abgefüllt |
Auch hier in Balis Hauptstadt ist die Armut des Landes zu sehen, wenn man die Innenstadt verlässt. In diesem Fluss wird gebadet, Wäsche gewaschen, gefischt und ich habe keine Ahnung, wie in dieser Siedlung das Abwasser entsorgt wird...
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| Siedlung am Stadtrand von Denpasar |
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Hier lernt man früh, was
zum Überleben wichtig ist |
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Ihr Vater zieht gerade ein große Plastiktüte
an Land |
Mit dem Stempel im Pass gab es keinen Grund, länger in Denpasar zu bleiben und wir sind weiter Richtung Westen gereist, nach Negara. Als wir in einem Restaurant Mittag gegessen haben, haben wir Budi kennengelernt. Budi ist Lehrer für Englisch, Geographie und Geschichte an einer Schule im Nachbarort und ein großer Fan von Deutschland. Er lernt Deutsch und spricht dafür, dass er nur einen 2-wöchigen Intensivkurs besucht hat und seit dem alleine lernt erstaunlich gut deutsch. Wenn man sich an den starken Akzent und die Mischung aus Deutsch und Englisch gewöhnt hat und daran, dass er oft in der dritten Person von sich spricht, konnten wir uns gut unterhalten. Er war froh jemanden getroffen zu haben, mit dem er deutsch reden konnte. Am nächsten Tag hat er uns eingeladen seine Schule zu besuchen. Eine mit 700 Schülern ziemlich große Schule, in der er uns stolz herumgeführt hat und uns Lehrern und Schülern vorgestellt hat. Er hatte extra sein Deutschland-Tshirt angezogen :). Nach dem wir am morgen bei einer hinduistischen Zeremonie zugeschaut haben, von der Heiko noch ein nasses T-Shirt hat und wir Reis auf der Stirn kleben haben, haben wir die verschiedenen Gebäude der Schule gezeigt bekommen. Die Schüler sind zwischen 13 und 17 Jahren alt und wählen eine von fünf Vertiefungsrichtungen: Landwirtschaft, Tiere, Fischerei, Rederei und Automotive. Neben den Klassenräumen gab es auch eine Werkstatt, ein Gewächshaus und Tierställe wo praktische Tätigkeiten unterrichtet werden.
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Links Budi, in der Mitte einer der Lehrer
und rechts drei der Schüler. |
Im Internet hatten wir gelesen, dass hier am Wochenende ein Wasserbüffelrennen ausgetragen werden würde, was wir uns anschauen wollten. Budi hat für uns recherchiert und herausgefunden, dass es erst eine Woche später stattfindet. Auf Infos aus dem Internet (wenn man überhaupt welche findet) sollte man sich hier wohl eher nicht verlassen. Stattdessen haben wir Budi in seinem Dorf besucht. Er hat uns sein Haus gezeigt und seine Bücher mit denen er deutsch lernt. Ein kopiertes Skript fand ich besonders interessant: Darin standen hauptsächlich Vokabeln auf deutsch und indonesisch, aber irgendwie ziemlich zusammenhanglos: Übung 1: Elefant - Schwangerschaft - Winterschlaf -... Das sind sicher die hilfreichsten ersten Vokabeln die man lernen sollte ;)
In dem kleinen Dorf hat er uns allen Leuten vorgestellt, die fast alle zur Familie gehörten.
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| Im Dorf |
In Budis Garten wachsen Papayas, von denen wir eine geschenkt bekommen haben. Außerdem hat er ein Schwein mit einigen Ferkeln, die durch das Gras rannten, eine Katze und zwei ältere Hunde, die glaube ich hauptsächlich von Schokobrötchen leben.
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| Papaya-Baum in Budis Garten |
Nach Negara kommen auch selten Ausländer und die wenigsten Menschen sprechen Englisch. Wir haben versucht Toilettenpapier zu kaufen, weil es hier nie welches gibt. Die Bäder bestehen meistens aus einer im Boden eingelassenen Hocktoilette und daneben ein Wasserbecken mit Wasserhahn und eine Kelle. Mit der Kelle schöpft man Wasser aus dem Becken und spült damit die Toilette und wäscht sich anscheinend auch irgendwie den Hintern ab... Wir bevorzugen Toilettenpapier, deshalb haben wir immer welches dabei. Aber manche Leute hier kennen das wohl gar nicht. So standen wir also in einem kleinen Geschäft, wo niemand Englisch sprach. In der Auslage lagen immerhin Taschentücher. Darauf hat Heiko gezeigt, als die Verkäuferin die Taschentücher raussuchen wollte, hat er mit dem Kopf geschüttelt und mit den Händen etwas aufgerolltes dargestellt. Daraufhin kam sie mit einer Rolle Klebeband wieder ^^. In einem größeren Geschäft sind wir dann aber fündig geworden ;)
Nach Negara haben wir Bali verlassen und sind mit der Fähre nach Java gefahren. Hier war unser erstes Ziel der Baluran National Park, ganz im Osten der Insel. Die erste Nacht haben wir in der Unterkunft am Strand verbracht. Der Strand ist schön, mit weißem Sand, vielen Mangrovenwäldern und natürlich Affen. Die haben uns am ersten Tag überfallen und Kekse erbeutet.
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| Bama Beach im Baluran National Park |
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| Mangrovenwälder |
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Kleine Anlage am Strand mit Zimmern
und Cafeteria |
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| Am Abend hatten wir Besuch im Zimmer :) |
Das ungewöhnliche an dem Park ist die Savannenlandschaft. Wenn man nur die Fotos sieht, könnte man meínen, wir wären in Afrika. Auch hier in der Savanne gibt es eine Unterkunft, wo wir die zweite Nacht verbracht haben.
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| Ausguck zum Tiere beobachten |
Wir waren hauptsächlich zu Fuß unterwegs, aber auf der Schotterstraße ist uns dieses alte Schätzchen entgegen gekommen:
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| VW Bus auf Safari |
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Für manche Fotos klettert man auch auf Bäume ;) |
Hier gibt es Hirsche und Rehe, Wasserbüffel, natürlich Affen und angeblich auch Leoparden, aber die haben wir nicht gesehen.
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| Morgens am Wasserloch |
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| Wasserbüffel nach einem Schlammbad |
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| Auf der einen Seite der Sonnenaufgang... |
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| ...und der anderen Seite der Monduntergang |
Auf Java sind wesentlich weniger Touristen unterwegs und oft treffen wir Einheimische, die gerne ein Foto mit uns machen möchten, so wie diese Gruppe von Parkbesuchern:
Mit dem Bus sind wir weitergefahren nach Jembar um da mit der Fähre auf die Insel Madura überzusetzen. Von der Bushaltestelle bis zum Hafen waren es ein paar Kilometer, die wir mit diesem Gefährt zurückgelegt haben:
Auf Madura sind wir jetzt in Sumenep, eine größere, vergleichsweise saubere Stadt, wo sich fast nie Touristen hin verirren, weshalb wir hier wie Außerirdische angeschaut werden: Manche verstecken sich in Ihren Geschäften, wenn sie uns sehen, aber die meisten grüßen, winken oder versuchen sich mit uns zu unterhalten, aber wenige sprechen Englisch. Deshalb läuft es oft auf Lächeln und Winken hinaus ;)
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Moschee in Sumenep mit
Fahrradrikscha im Vordergrund |
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| Parkanlage |
"Alfamart" ist eine indonesische Supermarktkette, wo wir ziemlich oft Wasser kaufen gehen. Auch hier wollte eine andere Kundin ein Foto mit uns machen und die Angestellten wollten auch gleich mit drauf.
Wir hoffen, auf Madura ein Wasserbüffelrennen sehen zu können, bevor es wieder auf Javas Hauptinsel zurück geht.
Gestern habe ich noch mit deinem Papa darüber gesprochen, dass mal wieder ein neuer Blogeintrag fällig wäre - unser Wunsch wurde erhört! :D
AntwortenLöschenDieses Hin und Her mit den Visa ist ja mehr als nervig und umständlich. Bürokratendschungel können die dort wohl auch ganz gut (:
Die Fotos aus der Savanne, wow! Sieht wirklich direkt aus wie ein ganz anderes Land.
So Bekanntschaften wie Budi sind super. Da erfährt man wahrscheinlich am meisten und vor allem hautnah über das Leben der Einheimischen.
Am Wochenende ist Nachbarschaftsfest. Schade, dass du nicht da bist, aber ich werde ein Bierchen auf dein Wohl trinken ^^