Samstag, 30. August 2014

Mandura Island - Surabaya - Malang - Bromo

Auf der Insel Mandura im Norden von Ost-Java haben wir die nächsten Tage verbracht. Wir haben in Sumenep gewohnt und von dort aus z.B. einen relativ einsamen Strand besucht.


Auf dem Rückweg wollten wir uns wieder den öffentlichen Verkehrsmitteln bedienen und zur Bushaltestelle bzw. eher zum Bemo-Treff laufen. Auf dem Weg dorthin kam uns eine Parade entgegen mit wie Puppen geschminkten, gelangweilten Kindern auf Pferden und jeder Menge Menschen und Musikern. Wir haben leider keine Ahnung, was sie gefeiert haben.



Als wir schon länger zu Fuß unterwegs waren, haben wir jemanden nach dem Weg gefragt. Er hat leider kein Englisch gesprochen und nur verstanden, dass wir zurück nach Sumenep möchten. Da hat er kurzerhand den nächsten kleinen LKW angehalten und vereinbart, dass Sie uns mit nach Sumenep nehmen. Es war ein Kühl-LKW der für Campina Eis ausgeliefert hat und die beiden Fahrer haben uns netterweise mitgenommen. Zu viert in der Fahrerkabine, die eigentlich höchstens Platz für zweieinhalb Leute hat, ging es zurück nach Sumenep. Unterwegs haben wir bei mehreren kleinen Supermärkten gehalten um die Kühltruhen wieder mit leckerem Eis zu befüllen :) Die Kommunikation unterwegs lief relativ schleppend, weil die beiden auch kaum Englisch sprachen und Google-Translate auf seinem Handy nicht wirklich hilfreich war... 
In Sumenep wurden wir wieder von einem Englischlehrer eingeladen, seine Schule zu besuchen, was wir am nächsten Tag auch gemacht haben. Die möchten damit  ihre Schüler motivieren, Englisch zu lernen. Wir sind in mehreren Klassen gewesen und die Schüler sollten Fragen stellen über Deutschland oder was sie sonst so interessiert. Die erste Frage war immer, ob sie ein Foto mit uns machen dürfen. Der Lehrer hat auch viele Fragen gestellt. Eine davon  war: "Wenn jemand von hier in Deutschland studieren würde, könnte er in Deutschland auch Reis kaufen?" Ich hatte ja eher mit Fragen gerechnet, ob man z.B. Deutsch sprechen können muss, oder ob es auch Englische Studiengänge gibt, aber seine Sorge war eher, dass jemand ohne Reis verhungern könnte.  

Das war eine fünfte Klasse. Die anderen waren älter

Wenn man sich mit den Leuten unterhält, merkt man immer, dass die irgendwie andere Prioritäten setzen als wir: In Neuseeland oder wenn man andere Europäer trifft, ist der Smalltalk meistens recht identisch und es kommen nie unerwartete Fragen. Wenn man sich mit Indonesiern unterhält, die anscheinend fast alle viel über deutschen Fußball wissen, oder wenigstens einen deutschen Fußballspieler kennen, verläuft das erste Gespräch auch manchmal so:
"Woher kommt ihr?"
"Aus Deutschland"
"Ah! Lothar Matthäus! Ist er katholisch oder evangelisch?" 

Zurück auf dem Festland haben wir Zwischenstopp in Surabaya gemacht. Das ist nach Jakarta die zweitgrößte Stadt in Indonesien. Hier haben wir ein ausgestelltes U-Boot besucht.




Indonesische Großstädte sind (vermutlich alle) relativ laut und überfüllt mit Autos und Rollern, wahnsinnig chaotischem Verkehr und für Fußgänger untauglich bis gefährlich. Es gibt keine Gehwege und falls es mal eine Fußgängerampel gibt, hält sowieso niemand an, wenn die für die Autos rot zeigt. Deshalb ging es zügig weiter nach Malang. Mit dem Zug diesmal. Das läuft überraschend gut: Die Züge fahren pünktlich, jeder Fahrgast bekommt mit seinem Ticket eine Sitzplatznummer zugewiesen und die Bahnhöfe sind sauber und einigermaßen übersichtlich. Die Züge sind verglichen mit deutschen Zügen eher alt, aber immerhin klimatisiert :) 
Von Malang aus haben wir eine Tee-Plantage besucht. Die Arbeiter waren fast ausschließlich Frauen, die alle blaue Hüte getragen haben und uns freundlich begrüßt und gewunken haben, als wir durch die Tee-Felder gelaufen sind. 



Außerdem gab es in Malang einen Vogelmarkt auf dem aber auch alle möglichen anderen Tiere verkauft wurden: Hundewelpen, Katzen, Kaninchen, Hamster, Affen, Wiesel, Eichhörnchen, Eidechsen....

Überall hängen Vogelkäfige

Seltsam bunte Küken.
Ob sie fertige Ostereier legen,
wenn sie groß sind? 

Überall bunte Käfige mit noch bunteren Vögeln

Transportmäßig haben wir uns mittlerweile gut an das Indonesische Chaos gewöhnt: Kürzere Strecken von einigen Kilometern legt man mit dem "Bemo" zurück: Kleinbusse, die eine feste Route fahren, bei denen die Tür immer offen steht und die man immer heranwinken kann. 

Bemo in Malang

Noch kürzere Strecken kann man mit dem sogenannten "Becak" (einer Fahrradrikscha wo der Fahrgast vor dem Fahrer sitzt) zurücklegen, aber diese Strecken laufen wir meistens.

Schlafender Becak-Fahrer

Langstrecken kann man gut mit dem Zug fahren oder mit dem Bus. Um den Ticketverkäufern zu entgehen, die Preise verlangen, die irgendwo zwischen Dreistigkeit und Betrug angesiedelt sind, kann man sich einfach an die Ortsausgangsstraße stellen, einen Bus heranwinken und das Ticket im Bus kaufen.
Gewohnt haben wir in Malang in einem Hostel, das auf dem Dach des Hotels "Helios" errichtet war. Wir haben in einer Bambushütte übernachtet und hatten so unser eigenes "Zimmer". Leider hört man da oben wirklich alles was in der Stadt so vor sich geht. Der Verkehrslärm wird irgendwann ruhiger, aber an jeder Moschee sind Außenlautsprecher, die die Gebetsgesänge möglichst laut nach draußen übertragen und unglücklicherweise wird nachts um vier Uhr gebetet...

Die zweite Hütte von rechts war unsere

Das Hostel war schön angelegt
und sehr sauber.
 Von Malang aus wollten wir eigentlich unsere Tour zum Vulkan "Bromo" organisieren, aber es werden nur Jeeptouren angeboten, die alle das gleiche Programm haben und vergleichsweise recht teuer sind. Also haben wir uns entschieden auf eigene Faust zum Bromo zu reisen und das ganze etwas entspannter angehen zu lassen. Laut dem "Lonely Planet", unserem Reiseführer, ist der Bromo auch  zu Fuß erreichbar, wenn man in dem Ort "Cemoro Lawang" startet. Höhepunkt der Jeeptouren ist die Aussicht auf den Bromo vom Aussichtspunkt aus, während die Sonne aufgeht. Das wollten wir natürlich nicht verpassen und haben versucht uns bei der Tourist-Information in Malang zu informieren. Der wahnsinnig gut informierte Mitarbeiter hat uns gesagt, dass es nicht möglich wäre, von Cemoro Lawang zum Viewpoint zu laufen, weil das 25km wären und außerdem müsste man eine Parkeintrittsgebühr von 400 000 Rupiah (etwa 25 €) zahlen.
Wir haben es trotzdem versucht und sind mit den öffentlichen Transportmitteln nach Cemoro Lawang gefahren. Das letzte Stück haben wir wieder mit einem Minibus zurück gelegt. Unser Gepäck war mit einer optimistisch bemessenen Kordel auf dem Dach verschnürt, aber es ist nichts verloren gegangen.


Warten auf weitere Mitreisende

Im Vergleich hierzu, sah unser Transportfahrzeug
nagelneu aus ;)

Cemoro Lawang liegt direkt am Rand des großen Plateaus in dem sich die Vulkane, u.a. Bromo, befinden. Bis zum Bromo läuft man 40 Minuten zu Fuß und zum Viewpoint dauert es zwei Stunden. Wir haben auch niemanden getroffen, der Eintrittskarten für den Park verkauft oder kontrolliert hätte. 
Um zum Sonnenaufgang am Viewpoint zu sein, sind wir um 3 Uhr morgens losgelaufen. 
Uns hatte sich noch eine allein reisende Italienerin (Julia) angeschlossen, die wir auf der Fahrt zum Dorf getroffen haben. Sie ist angehende Ärztin und hat eine Woche ein indonesisches Krankenhaus besucht und die Ärzte dort begleitet und mit Patienten gesprochen. Nach dem, was Sie so erzählt hat, hoffe ich, dass niemand von uns krank wird und in ein Krankenhaus muss... Da ist man danach möglicherweise mehr krank als vorher...

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt! Als wir am Viewpoint ankommen, ist es noch recht dunkel und man sieht die Lichter von Cemoro Lawang am Rand der nebelverhangenen Aschewüste:


Zu dem Viewpoint, der von den ganzen Jeeptouren angefahren wird, die dafür um 12 Uhr nachts in Malang starten, hätten wir noch etwas weiter laufen müssen, aber hier waren viel weniger Leute und wir konnten gut sehen :) Bald wurde es auch heller und die Berge, wurden von der Sonne angestrahlt.
Hier mal ein Panorama-Foto von Heikos Handy:

Aussicht vom Viewpoint

Bromo ist der dampfende,
links im Bild



Auf dem Weg wieder nach unten vertreibt die Sonne den Nebel langsam, und man kann die Savannenlandschaft sehen. Und die Kolonne von Jeeps, die ihr Programm einhalten müssen und die Leute alle gleichzeitig am Fuße des Bromos absetzen müssen, damit sie zu Hunderten gleichzeitig die Treppe zum Vulkankrater hinaufsteigen können ;P 



Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir erstmal einige Stunden Schlaf nachgeholt und sind dann am Nachmittag zum Bromo gelaufen. Die Jeeptouren sind alle mittags um 12 schon wieder in Malang, es war also fast niemand mehr da :)

250 Stufen zum Kraterrand

Der Blick in den Krater

Wo der Zaun aufhört, kann man auf dem Kraterrand weiterlaufen, wenn man möchte.... Wir machen lieber noch ein paar Videos vom dampfenden Krater.

Links geht's runter zur Wüste,
rechts in den Krater

Es stinkt richtig
beißend nach Schwefel....

Der Zaun, der einen anfangs
vom Krater trennt
 Am Fuße des Berges ist ein Hindutempel, den wir aber nur im Vorbeilaufen angucken.

Hindutempel am Fuß des Bromo

Am nächsten Tag haben wir noch eine Wanderung durch die Savanne unternommen, mit einer Mittagspause in lange ersehntem Schatten ;) 



Fortbewegung in der Wüste: Entweder
mit dem Jeep oder dem Roller/Motorrad

Mittagspause im Schatten
Jetzt sind wir gerade in Semarang und werden von hier aus eine Inselgruppe nördlich von Java besuchen.

1 Kommentar:

  1. Das sind ja wieder ganz tolle Aufnahmen.
    Zu Deinem letzten Eintrag, also wegen Wasserbüffeln muss man nicht so weit Reisen, wir haben im Urlaub welche auf der Ostseeinsel gesehen und Manni hat dann abends direkt beim Essen probiert wie sie schmecken : ))
    Lieben Gruß Gilla

    AntwortenLöschen