Als erstes noch der versprochene
Bildernachtrag vom Humpridge Track:
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Stag Point: Hier ist der größste und schwierigste Teil
des Aufstiegs geschafft |
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16 Uhr, Stag Point: Die Frisur hält nicht mehr,
aber Lächeln geht noch ;) |
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| Endlich Mittagspause am zweiten Tag :) |
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| Die zweite Hütte |
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| Am dritten und letzten Tag geht's am Strand zurück |
Am nächsten Tag sind wir Richtung Te
Anau gefahren und haben uns den Ort und den Highway nach Milford
angeguckt, wo es viele kürzere Wanderungen gibt, wie z.B. den „Key
Summit Walk“ der ein Stück dem Routeburn Track folgt.
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| Beine ausruhen und Schuhe putzen |
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| "Key Summit Track" |
Nachdem der Muskelkater vom Humpridge
Track endlich weg war, sind wir den Kepler Track gelaufen. Der Kepler
Track ist einer der insgesamt neun „Great Walks“ hier in
Neuseeland. Die Wanderung dauert vier Tage und man übernachtet auf
drei verschiedenen Hütten. Nach dem anstrengenden Humpridge Track
waren wir froh, dass der Kepler Track noch nicht im Wintermodus war.
Es gab also noch Gas auf den Hütten, sodass wir keinen eigenen
Kocher mitnehmen mussten. Bei gutem Wetter sind wir also motiviert
gestartet und waren erstaunlicherweise schon nach knapp vier Stunden
an der ersten Hütte, der „Luxmore Hut“ (angesetzt war der Weg
für sechs Stunden).
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| Lake Te Anau |
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| Luxmore Hut |
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| Aussicht von der Luxmore Hut |
Von dort aus konnte man die „Luxmore
Cave“ besichtigen.
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| Luxmore Cave |
Als wir dann zurück zur Hütte kamen,
wurden wir von Ranger Peter empfangen. Ein weiterer Unterschied zum
Wintermodus ist, dass im Sommer auf jeder Hütte ein Ranger ist, der
kontrolliert, ob alle Wanderer angekommen sind und eine kurze
Sicherheitsunterweisung gibt. Ranger Peter hat außerdem zu einem
einstündigen „Nature Walk“ eingeladen, auf dem er uns die
Pflanzen der Umgebung gezeigt, ihre Besonderheiten erklärt und uns
alle möglichen Pflanzenteile zum Probieren gegeben hat. Die Ranger
aktualisieren außerdem an einer Tafel in der Hütte die
Wettervorhersage: Die Vorhersage für den nächsten Tag lautete:
Regen und Wind, im laufe des Tages stärker werdend und gegen Abend sollte die Schneefallgrenze auf 800m sinken. Die Luxmore Hut liegt etwas über 1200m, da sind wir nach einem traumhaften
Sonnenaufgang über dem Lake Te Anau lieber früh gestartet.
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| Sonnenaufgang über Lake Te Anau |
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| Auf dem Kepler Track |
Nach einem tollen Wandertag mit
beeindruckendem Panorama sind wir (wieder früher als erwartet) auf
der nächsten Hütte im Tal angekommen. Der Ranger dort hat uns
gesagt, dass jetzt um die Luxmore Hut ein Schneesturm tobt. Wir haben
Glück gehabt und nur etwas Regen abbekommen. Auf den Hütten kochen
dann alle Wanderer ihr Abendessen. Um Gewicht beim Gepäck zu sparen
eignen sich eigentlich Nudeln oder Reis und Fertig-Soße die man mit
Wasser anrühren kann (nicht so richtig ausgewogen, aber für drei
Tage geht das schon...). Es gibt auch extra Wandernahrung. Da muss
man nur kochendes Wasser in die Tüte kippen, zu machen und 10
Minuten stehen lassen und danach hat man z.B. Nasi Goreng oder
Spaghetti Carbonara für 2 Personen. Ich bin dann immer überrascht,
was andere Leute so die Berge hochtragen: Frisches Obst und Gemüse,
Konservendosen und Glasflaschen mit Olivenöl. Das ist nicht nur zum
Hochtragen unpraktisch. Es gibt auch keine Mülleimer auf den Hütten
und man muss alles was man mitbringt auch wieder mitnehmen. Da ist
ein Rucksack voll Bioabfall auch auf dem Rückweg unpraktisch. Eine
Gruppe hatte sogar Bier dabei, zusätzlich zu Zelt und Isomatten,
weil die eigentlich campen wollten. Dafür hatten sie aber auf
wasserdichte Kleidung verzichtet und sind (möglicherweise aufgrund
von zu vielen Zigarettenpausen) in den Schneesturm geraten, mit Jeans
und Pullover... Als sie dann völlig nass und durchgefroren im
Dunkeln ankamen, haben sie doch in der Hütte übernachtet und nicht
im Zelt.
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| Ständige Begleiter: Neugierige Vögel, wie dieser hier |
Am dritten Tag ging es zu einer Hütte
am Strand vom Lake Manapouri.
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| Lake Manapouri |
Am letzten Tag ging es am Waiau River
entlang zurück zum Startpunkt. Der Waiau River ist einer von vielen
Drehorten der „Herr der Ringe“-Filme, wo er dann River Anduin
heißt.
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| Waiau River |
Nach den Erfahrungen vom Humpridgetrack
war der Kepler Track eher wie ein Spaziergang und wir haben direkt
den Milford Track gebucht :)
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| Zurück in Te Anau |
Nach einem Tag Pause zum Duschen,
Klamotten Waschen und Einkaufen ging es dann also los zum Milford
Track. Wir sind am ersten Wintermodus-Tag gestartet. Das heißt wir
mussten wieder Gas und Kocher mitnehmen und weil keine Ranger mehr
auf den Hütten sind, die gucken, ob alle Wanderer angekommen sind,
muss man einen „Locator Beacon“ mitnehmen. Das ist ein GPS-Sender
mit zwei Knöpfen: Der eine zum Testen, ob die Batterie noch voll ist
und wenn man den anderen drückt, kommt sofort der Helikopter und
holt einen ab. Keine Funkverbindung oder Sonstiges, nur ein Knopf um
den Heli zu bestellen, also nur für den Notfall gedacht. Im Winter
werden an manchen Flüssen die Brücken ausgebaut, damit sie nicht
von Lawinen zerstört werden, man muss also theoretisch damit
rechnen, Flüsse ohne Brücke überqueren zu müssen. Aber die
Neuseeländer sind ja auch nur Menschen und haben nicht am ersten Tag
nach Ende der Sommersaison die Brücken rausgeflogen, also mussten wir nicht durch Flüsse warten.
Der Milford Track ist etwa 54 km lang
aber kein Rundweg, wie die letzen beiden Tracks. Man startet mit eine
Bootstour über den Lake Te Anau um zum Startpunkt zu gelangen, läuft
dann an vier Tagen und wir am Ende mit einem Boot über den Milford
Sound gefahren und dann mit dem Bus zwei Stunden zurück nach Te
Anau. Zur ersten Hütte am Clinton River läuft man ca. eine Stunde,
sodass der erste Tag mit Boot fahren und kurz laufen ziemlich
entspannend ist.
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| Bootsfahrt zum Startpunkt vom Milford Track |
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Am Clinton River. Die ganzen Klamotten sind eher
wegen den Sandflies und nicht, weil es so kalt war... |
Am zweiten Tag geht man 16,5 km ein Tal
entlang zur „Mintaro Hut“. Rechts und links sieht man Berge und
wahrscheinlich hunderte von kleinen und größeren Wasserfällen.
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Manchmal ist der Track übertrieben
deutlich markiert, damit sich auch
niemand verirrt |
Ein
Wanderer der in entgegengesetzter Richtung gelaufen ist, hat uns auf
der ersten Hütte gesagt, dass es auf der zweiten Hütte kein
trockenes Feuerholz gibt. Dann haben wir vereinbart, dass jeder, der
Platz im Rucksack hat und noch was tragen kann, ein bisschen Holz aus
der ersten Hütte mitnimmt. Fast alle haben ein paar kleine Stücke
oder ein großes mitgenommen, sodass wir auf der nächsten Hütte
auch genug Feuerholz hatten, um den Kamin am laufen zu halten und den
Aufenthaltsraum/Küche zu heizen.
Hier haben wir auch endlich mal Keas
von nahem gesehen. Dunkelgrüne Papageien, die ziemlich clever,
ziemlich frech und ziemlich interessiert an menschlichen Gegenständen
sind. Die öffnen Reißverschlüsse von Wanderrucksäcken, klauen
Socken und entfernen Schnürsenkel aus Wanderschuhen, wenn man solche
Sachen draußen lässt.
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| Kea auf dem Dach |
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| Kea |
Am dritten Tag kam dann der Aufstieg
zum Mckinnon Pass und der Abstieg zur dritten Hütte. Vom Mckinnon
Pass sollte man eigentlich eine tolle Aussicht über die Berge und
Täler haben, aber Dank Regen, Wind, Nebel und Wolken können wir nur
etwa 10m weit gucken und sehen nichtmal die Berge direkt neben uns...
Kurz bevor man die Hütte erreicht gibt es einen Abstecher zu den
„Sutherland Falls“, dem mit insgesamt 580m höchsten Wasserfall Neuseelands.
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| Sutherland Falls |
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| Sutherland Falls |
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| Dahinter waren wir :) |
Wir waren am Abend vor dem Start bei
einem Vortrag über die Anfänge des Milford Tracks und der Ranger
hat erzählt, man könnte hinter den Wasserfall gehen. Das haben wir
natürlich ausprobiert :) Wir wissen jetzt, dass unsere Regenjacken
nicht 100% wasserdicht sind und dass vollgelaufene Wanderschuhe sehr
lange brauchen um wieder zu trocknen, aber es war wirklich
beeindruckend hinter diesem Wasserfall zu stehen, der hoch über
unseren Köpfen über die Felskante und einige Meter vor uns in den
Fluss fällt. Fotos gibt’s leider nicht, weil die Kamera das nicht
überlebt hätte.
Wir sind beim rein und rausgehen so
nass geworden, dass wir unsere Schuhe danach auskippen konnten.
Am letzten Tag muss man um 14Uhr am
„Sandfly Point“ sein, weil das Boot einen dann da abholt. Wir
sind immer unter den angegeben Zeiten geblieben, sodass wir nach
gemütlichem Frühstück um neun Uhr als letztes an der Hütte
losgegangen sind, nachdem die meisten anderen mehr oder weniger
panisch um acht los gegangen sind, weil die Strecke für 6 Stunden
angesagt ist. Wir waren dann trotz Mittagspause um 13:30 Uhr am
„Sandfly Point“. Der heißt leider wirklich so, weil es dort so
viele Sandflies gibt....
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| Ende des Milford Tracks |
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| Milford Sound |
Auf den beiden Wanderungen haben wir
viele nette Leute getroffen, manche sogar auf beiden Tracks. Abends
auf den Hütten ist immer eine lustige Stimmung, wenn manche Kerzen
mitgebracht haben (es gibt ja kein elektrisches Licht) und alle
sitzen um die großen Tische und den Kamin und erzählen von ihrer
Reise und ihren Erfahrungen und teilen die mühsam dort
hoch getragenen Kekse und Schokolade.
Sehr viele kommen aus Deutschland.
Auf dem Kepler Track haben wir einen Österreicher getroffen, der
meinte: „Ich bin hier hin gekommen um besser Englisch zu sprechen.
Was ich gelernt habe, ist Hochdeutsch...“
Am Abend nach dem Milford Track (nach
einer Dusche!) sind wir noch nach Queenstown gefahren, wo wir
am nächsten Tag (nach einem
Ferg-Burger zum Frühstück ;-)) zur Bergstation der Gondel
gelaufen sind.
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| Queenstown von oben |
Abends waren wir dann schon in Wanaka.
Wegen Dauerregen sind wir ins Kino gegangen und haben eine englische
Komödie geguckt. Das war ein kleines Kino, wo anstelle von
Kinosesseln ganz viele Sofas standen . Man konnte sogar in einem Auto
sitzen :) In der Mitte des Films gab es eine Pause in der man
selbstgemachtes Eis und frisch gebackene, noch warme Cookies kaufen
konnte :)
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| Lake Wanaka |
Weiter geht’s Richtung Westküste!
Wow, was für grandiose Aussichten!
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