Mittwoch, 7. Mai 2014

Kepler Track - Te Anau - Milford Track - Queenstown - Wanaka

Als erstes noch der versprochene Bildernachtrag vom Humpridge Track:

Stag Point: Hier ist der größste und schwierigste Teil
 des Aufstiegs geschafft

16 Uhr, Stag Point: Die Frisur hält nicht mehr,
aber Lächeln geht noch ;)


Endlich Mittagspause am zweiten Tag :)


Die zweite Hütte


Am dritten und letzten Tag geht's am Strand zurück

Am nächsten Tag sind wir Richtung Te Anau gefahren und haben uns den Ort und den Highway nach Milford angeguckt, wo es viele kürzere Wanderungen gibt, wie z.B. den „Key Summit Walk“ der ein Stück dem Routeburn Track folgt.

Beine ausruhen und Schuhe putzen 

"Key Summit Track"

Nachdem der Muskelkater vom Humpridge Track endlich weg war, sind wir den Kepler Track gelaufen. Der Kepler Track ist einer der insgesamt neun „Great Walks“ hier in Neuseeland. Die Wanderung dauert vier Tage und man übernachtet auf drei verschiedenen Hütten. Nach dem anstrengenden Humpridge Track waren wir froh, dass der Kepler Track noch nicht im Wintermodus war. Es gab also noch Gas auf den Hütten, sodass wir keinen eigenen Kocher mitnehmen mussten. Bei gutem Wetter sind wir also motiviert gestartet und waren erstaunlicherweise schon nach knapp vier Stunden an der ersten Hütte, der „Luxmore Hut“ (angesetzt war der Weg für sechs Stunden).

Lake Te Anau

Luxmore Hut

Aussicht von der Luxmore Hut

Von dort aus konnte man die „Luxmore Cave“ besichtigen.

Luxmore Cave

Als wir dann zurück zur Hütte kamen, wurden wir von Ranger Peter empfangen. Ein weiterer Unterschied zum Wintermodus ist, dass im Sommer auf jeder Hütte ein Ranger ist, der kontrolliert, ob alle Wanderer angekommen sind und eine kurze Sicherheitsunterweisung gibt. Ranger Peter hat außerdem zu einem einstündigen „Nature Walk“ eingeladen, auf dem er uns die Pflanzen der Umgebung gezeigt, ihre Besonderheiten erklärt und uns alle möglichen Pflanzenteile zum Probieren gegeben hat. Die Ranger aktualisieren außerdem an einer Tafel in der Hütte die Wettervorhersage: Die Vorhersage für den nächsten Tag lautete: Regen und Wind, im laufe des Tages stärker werdend und gegen Abend sollte die Schneefallgrenze auf 800m sinken. Die Luxmore Hut liegt etwas über 1200m, da sind wir nach einem traumhaften Sonnenaufgang über dem Lake Te Anau lieber früh gestartet.

Sonnenaufgang über Lake Te Anau

Auf dem Kepler Track
Nach einem tollen Wandertag mit beeindruckendem Panorama sind wir (wieder früher als erwartet) auf der nächsten Hütte im Tal angekommen. Der Ranger dort hat uns gesagt, dass jetzt um die Luxmore Hut ein Schneesturm tobt. Wir haben Glück gehabt und nur etwas Regen abbekommen. Auf den Hütten kochen dann alle Wanderer ihr Abendessen. Um Gewicht beim Gepäck zu sparen eignen sich eigentlich Nudeln oder Reis und Fertig-Soße die man mit Wasser anrühren kann (nicht so richtig ausgewogen, aber für drei Tage geht das schon...). Es gibt auch extra Wandernahrung. Da muss man nur kochendes Wasser in die Tüte kippen, zu machen und 10 Minuten stehen lassen und danach hat man z.B. Nasi Goreng oder Spaghetti Carbonara für 2 Personen. Ich bin dann immer überrascht, was andere Leute so die Berge hochtragen: Frisches Obst und Gemüse, Konservendosen und Glasflaschen mit Olivenöl. Das ist nicht nur zum Hochtragen unpraktisch. Es gibt auch keine Mülleimer auf den Hütten und man muss alles was man mitbringt auch wieder mitnehmen. Da ist ein Rucksack voll Bioabfall auch auf dem Rückweg unpraktisch. Eine Gruppe hatte sogar Bier dabei, zusätzlich zu Zelt und Isomatten, weil die eigentlich campen wollten. Dafür hatten sie aber auf wasserdichte Kleidung verzichtet und sind (möglicherweise aufgrund von zu vielen Zigarettenpausen) in den Schneesturm geraten, mit Jeans und Pullover... Als sie dann völlig nass und durchgefroren im Dunkeln ankamen, haben sie doch in der Hütte übernachtet und nicht im Zelt.

Ständige Begleiter: Neugierige Vögel, wie dieser hier

Am dritten Tag ging es zu einer Hütte am Strand vom Lake Manapouri.

Lake Manapouri

Am letzten Tag ging es am Waiau River entlang zurück zum Startpunkt. Der Waiau River ist einer von vielen Drehorten der „Herr der Ringe“-Filme, wo er dann River Anduin heißt.

Waiau River
Nach den Erfahrungen vom Humpridgetrack war der Kepler Track eher wie ein Spaziergang und wir haben direkt den Milford Track gebucht :)

Zurück in Te Anau
Nach einem Tag Pause zum Duschen, Klamotten Waschen und Einkaufen ging es dann also los zum Milford Track. Wir sind am ersten Wintermodus-Tag gestartet. Das heißt wir mussten wieder Gas und Kocher mitnehmen und weil keine Ranger mehr auf den Hütten sind, die gucken, ob alle Wanderer angekommen sind, muss man einen „Locator Beacon“ mitnehmen. Das ist ein GPS-Sender mit zwei Knöpfen: Der eine zum Testen, ob die Batterie noch voll ist und wenn man den anderen drückt, kommt sofort der Helikopter und holt einen ab. Keine Funkverbindung oder Sonstiges, nur ein Knopf um den Heli zu bestellen, also nur für den Notfall gedacht. Im Winter werden an manchen Flüssen die Brücken ausgebaut, damit sie nicht von Lawinen zerstört werden, man muss also theoretisch damit rechnen, Flüsse ohne Brücke überqueren zu müssen. Aber die Neuseeländer sind ja auch nur Menschen und haben nicht am ersten Tag nach Ende der Sommersaison die Brücken rausgeflogen, also mussten wir nicht durch Flüsse warten.
Der Milford Track ist etwa 54 km lang aber kein Rundweg, wie die letzen beiden Tracks. Man startet mit eine Bootstour über den Lake Te Anau um zum Startpunkt zu gelangen, läuft dann an vier Tagen und wir am Ende mit einem Boot über den Milford Sound gefahren und dann mit dem Bus zwei Stunden zurück nach Te Anau. Zur ersten Hütte am Clinton River läuft man ca. eine Stunde, sodass der erste Tag mit Boot fahren und kurz laufen ziemlich entspannend ist.

Bootsfahrt zum Startpunkt vom Milford Track

Am Clinton River. Die ganzen Klamotten sind eher
 wegen den Sandflies und nicht, weil es so kalt war...
Am zweiten Tag geht man 16,5 km ein Tal entlang zur „Mintaro Hut“. Rechts und links sieht man Berge und wahrscheinlich hunderte von kleinen und größeren Wasserfällen.


Manchmal ist der Track übertrieben
deutlich markiert, damit sich auch
niemand verirrt

Ein Wanderer der in entgegengesetzter Richtung gelaufen ist, hat uns auf der ersten Hütte gesagt, dass es auf der zweiten Hütte kein trockenes Feuerholz gibt. Dann haben wir vereinbart, dass jeder, der Platz im Rucksack hat und noch was tragen kann, ein bisschen Holz aus der ersten Hütte mitnimmt. Fast alle haben ein paar kleine Stücke oder ein großes mitgenommen, sodass wir auf der nächsten Hütte auch genug Feuerholz hatten, um den Kamin am laufen zu halten und den Aufenthaltsraum/Küche zu heizen.
Hier haben wir auch endlich mal Keas von nahem gesehen. Dunkelgrüne Papageien, die ziemlich clever, ziemlich frech und ziemlich interessiert an menschlichen Gegenständen sind. Die öffnen Reißverschlüsse von Wanderrucksäcken, klauen Socken und entfernen Schnürsenkel aus Wanderschuhen, wenn man solche Sachen draußen lässt.

Kea auf dem Dach

Kea
Am dritten Tag kam dann der Aufstieg zum Mckinnon Pass und der Abstieg zur dritten Hütte. Vom Mckinnon Pass sollte man eigentlich eine tolle Aussicht über die Berge und Täler haben, aber Dank Regen, Wind, Nebel und Wolken können wir nur etwa 10m weit gucken und sehen nichtmal die Berge direkt neben uns... Kurz bevor man die Hütte erreicht gibt es einen Abstecher zu den „Sutherland Falls“, dem mit insgesamt 580m höchsten Wasserfall Neuseelands.

Sutherland Falls
Sutherland Falls

Dahinter waren wir :) 

Wir waren am Abend vor dem Start bei einem Vortrag über die Anfänge des Milford Tracks und der Ranger hat erzählt, man könnte hinter den Wasserfall gehen. Das haben wir natürlich ausprobiert :) Wir wissen jetzt, dass unsere Regenjacken nicht 100% wasserdicht sind und dass vollgelaufene Wanderschuhe sehr lange brauchen um wieder zu trocknen, aber es war wirklich beeindruckend hinter diesem Wasserfall zu stehen, der hoch über unseren Köpfen über die Felskante und einige Meter vor uns in den Fluss fällt. Fotos gibt’s leider nicht, weil die Kamera das nicht überlebt hätte.
Wir sind beim rein und rausgehen so nass geworden, dass wir unsere Schuhe danach auskippen konnten.




Am letzten Tag muss man um 14Uhr am „Sandfly Point“ sein, weil das Boot einen dann da abholt. Wir sind immer unter den angegeben Zeiten geblieben, sodass wir nach gemütlichem Frühstück um neun Uhr als letztes an der Hütte losgegangen sind, nachdem die meisten anderen mehr oder weniger panisch um acht los gegangen sind, weil die Strecke für 6 Stunden angesagt ist. Wir waren dann trotz Mittagspause um 13:30 Uhr am „Sandfly Point“. Der heißt leider wirklich so, weil es dort so viele Sandflies gibt....

Ende des Milford Tracks

Milford Sound

Auf den beiden Wanderungen haben wir viele nette Leute getroffen, manche sogar auf beiden Tracks. Abends auf den Hütten ist immer eine lustige Stimmung, wenn manche Kerzen mitgebracht haben (es gibt ja kein elektrisches Licht) und alle sitzen um die großen Tische und den Kamin und erzählen von ihrer Reise und ihren Erfahrungen und teilen die mühsam dort hoch getragenen Kekse und Schokolade. 
Sehr viele kommen aus Deutschland. Auf dem Kepler Track haben wir einen Österreicher getroffen, der meinte: „Ich bin hier hin gekommen um besser Englisch zu sprechen. Was ich gelernt habe, ist Hochdeutsch...“

Am Abend nach dem Milford Track (nach einer Dusche!) sind wir noch nach Queenstown gefahren, wo wir am nächsten Tag (nach einem Ferg-Burger zum Frühstück ;-)) zur Bergstation der Gondel gelaufen sind.


Queenstown von oben
Abends waren wir dann schon in Wanaka. Wegen Dauerregen sind wir ins Kino gegangen und haben eine englische Komödie geguckt. Das war ein kleines Kino, wo anstelle von Kinosesseln ganz viele Sofas standen . Man konnte sogar in einem Auto sitzen :) In der Mitte des Films gab es eine Pause in der man selbstgemachtes Eis und frisch gebackene, noch warme Cookies kaufen konnte :)

Lake Wanaka


Weiter geht’s Richtung Westküste!

1 Kommentar: