Während ich den letzten Eintrag geschrieben habe, war Heiko mit seiner Unterrichtsstunde beschäftigt und hat auf einem Schlaginstrument gespielt, dass im traditionellen Gamelan-Orchester typisch ist.
| Heiko beim Musikunterricht in Ubud |
Von Ubud ging es weiter nach Sanur. Sanur liegt an der Küste und hat eine schöne Strandpromenade mit vielen Hotels und Restaurants. Am Strand sind viele bunte Drachen zu sehen. Jedes Jahr findet hier das Balinesische Kite Festival statt, zu dem Bewohner der Insel mit ihren meist selbstgebauten Drachen anreisen. Manche davon sind bis zu 6 Metern lang. Das Festival war gerade vorbei, als wir ankamen, aber es waren immer noch viele Kinder mit ihren Drachen am Strand.
| Kinder am Strand in Sanur |
| Selbstgebastelte Drachen in Sanur |
| Typische Boote mit Auselgern |
In Sanur sind wir unter anderem gewesen, weil es nah an Denpasar, Balis Hauptstadt, liegt. Hier mussten wir hin, um unser Visum zu verlängern. In allen Ländern, in die wir bis jetzt eingereist sind, bekommt man mit einem deutschen Pass bei der Einreise ein kostenloses Touristenvisum für drei Monate. Nur in Indonesien ist das anders: Da bekommt man gegen eine Gebühr von 25 US$ ein Visum für 30 Tage, das man um weitere 30 Tage verlängern kann. Wir wollten uns informieren, welche Unterlagen man dafür braucht, aber die Internetseite der indonesischen Einwanderungsbehörde war leider ausschließlich auf indonesisch... Ist ja auch völlig ausgeschlossen, dass jemand der sich für die Einwanderungsbehörde interessiert, nicht die Landessprache spricht...
Wir sind dann also mehr auf gut Glück früh morgens dorthin gefahren. Nachdem unser Taxifahrer zum dritten mal angehalten hat, um nach dem Weg zu fragen, sind wir ausgestiegen und den Rest gelaufen. Es war zum Glück nicht mehr so weit. Am für uns zuständigen Schalter hat man uns gesagt wir bräuchten Kopien unserer Pässe und müssten das Flugticket vorlegen, mit dem wir das Land verlassen. Außerdem bekamen wir zwei Formulare zum Ausfüllen. Immerhin eins davon mit englischer Übersetzung. Jetzt brauchten wir also einen Plan: Wir wissen die meiste Zeit ja nicht mal, wo wir übermorgen sein werden und brauchten jetzt ein Flugticket mit dem wir Indonesien verlassen, wenn das Visum Anfang September ausläuft. Wir hatten den Plan geschmiedet, erst auf die Gili Inseln (zwischen Bali und Lombok) zu fahren, danach Lombok zu bereisen und dann mit dem Schiff nach Java und über Land bis nach Jakarta zu fahren, Indonesiens Hauptstadt. Von dort würden wir dann Anfang September nach Singapur fliegen. Mit der Hilfe eines netten Tankstellenbesitzers, der uns seinen Laptop zur Verfügung gestellt hat, damit wir das Ticket buchen können und dann extra mit seinem Roller irgendwohin gefahren ist, um es für uns auszudrucken, hatten wir also das Flugticket. Unsere Pässe konnten wir im Gebäude der Behörde kopieren lassen. Als wir alles abgegeben haben, sagte man uns, dass wir das Ticket kopieren müssen, damit jeder von uns eins einreichen kann. Also wieder runter ins Erdgeschoss und in der Schlange warten zum kopieren.. Als wir das nächste mal unsere Unterlagen vorlegen wollten, hat er uns dann auch gesagt, dass wir unsere Reisepässe abgeben müssen und dass wir sie in zwei Wochen wieder abholen könnten. Damit wir wenigstens eine Kopie unserer Pässe besitzen, mussten wir uns nochmal beim Kopierservice anstellen... Das hätte er uns auch alles am Anfang sagen können. Auf die Frage, warum das so lange dauert, sagte er uns, dass die Behörde Urlaub macht, wegen Ende des Ramadan. In zwei Wochen wieder in Denpasar zu sein, war in unserem Plan nicht vorgesehen und zwei Wochen reichen auch nicht um die Gili-Inseln und Lombok zu bereisen, deshalb werden wir von Lombok nicht viel zu sehen bekommen.
Da wir immer auf der Suche nach der günstigsten Reisemöglichkeit sind, dauert es auch oft etwas länger: Man kann zum Beispiel mit dem Schnellboot von Bali direkt auf die Gili-Inseln fahren. Das dauert weniger als zwei Stunden. Man kann aber auch auf Bali mit dem Bus nach Padangbai fahren, von da mit der öffentlichen Autofähre nach Lombok übersetzen, auf Lombok mit dem Bus von Lembar nach Bangsal fahren und von Bangsal mit einem kleinen Holzboot auf die Gili-Inseln. Das dauert wenn es gut läuft etwa acht Stunden und kostet ein Drittel von der Schnellboot-Variante. Um das ganze etwas zu entzerren, haben wir zwei Tage Zwischenstopp in Senggigi auf Lombok gemacht. Hier haben wir bei Sonnenuntergang einen Hindu-Tempel besichtigt und viel Zeit am Strand verbracht. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 reicht dafür übrigens nicht aus, das wissen wir jetzt. LSF 50 ist ok ;)
| Eine der Hinduistischen Opfergaben: Mit Reis und Keksen |
| Sonnenuntergang von Senggigi aus: Die Sonne verschwindet hinter Balis Vulkanen |
| Hindu-Tempel in Senggigi |
Danach ging es weiter auf die Gili-Inseln. Das sind drei Inseln: Gili Trawangan ist die größte und belebteste, Gili Meno die ruhigste und Gili Air liegt laut unserem Reiseführer irgendwo dazwischen. Die ersten Tage haben wir auf Gili Trawangan verbracht und haben dann nach Gili Meno übergesetzt.
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| Die Inseln im Hintergrund sind die kleinen Gili Inseln |
Das beste an diesen Inseln ist, dass es weder Autos noch Motorroller gibt, sondern nur Fahrräder und Pferdekutschen. Hier haben wir weiter Strandurlaub gemacht: Am Strand liegen und lesen, ab und zu was essen und zum Abkühlen schnorcheln gehen :) Man kann einfach vom Strand ins Wasser
und sieht bunte Korallen und Fische, die man sonst nur aus dem Aquarium kennt. Heiko ist auch Schildkröten begegnet, aber das Glück hatte ich nicht.
| Strand auf Gili Trawangan |
| Eine der vielen Pferdekutschen |
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| Unterwasseraufnahme beim Schnorcheln |
Auf Gili Meno ist es wesentlich ruhiger, die Insel ist kleiner (man kann in knapp zwei Stunden drumherum gehen) und es gibt neben ein paar Strandlokalen und ein paar Hotels keine Diskotheken oder ähnliches wie auf Gili Trawangan. Trotzdem waren fast alle Gästezimmer und Bungalows ausgebucht und wir mussten lange suchen, bis wir eine Unterkunft, die zu unserer Preisvorstellung passte, gefunden hatten.
| Pavillon einer Strandbar auf Gili Meno |
Am zweiten Morgen waren ein paar Jungs auf der großen Wiese auf der auch unser Bungalow stand dabei, die Kokospalmen hinaufzuklettern und Kokosnüsse zu ernten. Wir haben auch eine bekommen und festgestellt, dass die Kokosnüsse, die man manchmal in Deutschland im Supermarkt kaufen kann, wahnsinnig alt sind. Als wir die bis oben hin gefüllte Kokosnuss ausgetrunken hatten, haben wir angefangen das Weiße zu essen, das wesentlich weicher war, als wir es aus Deutschland kannten. Die Jungs haben uns überrascht angeschaut und gefragt ob wir das wirklich essen wollten. Das wäre ja schon eine alte Kokosnuss. Dann haben sie eine der jungen Kokosnüsse aufgemacht und uns Löffel gegeben, weil man das Weiße Fleisch daraus einfach Löffeln kann :)
| Wir mit den Jungs, die Kokosnüsse geerntet haben |
An den Stränden auf Bali, in Senggigi und auf den Gili Inseln wechseln sich schicke Beach Resorts inklusive Pool mit Yoga und Spa Retreats und hippen Strandbars ab, wo jeden Morgen der Sand geharkt wird, bevor die Gäste aufstehen. Hinter den Kulissen ist Indonesien ein Schwellenland und nicht weit vom Strand entfernt sieht man das auch. Die Menschen leben in einfachen Hütten und jeden morgen brennen überall kleine Feuer, wo die Einheimischen ihren Müll verbrennen. Es gibt anscheinend keine geordnete Sammlung oder die Einwohner können es sich nicht leisten. Überall, auf jeder Wiese und in jedem Graben liegt Müll. Dazwischen suchen Kühe und Hühner nach Essbarem. Am ersten Tag rannte vor dieser Kulisse ein kleiner Junge im Superman-Kostüm barfuß durch den schwarzen Staub..
| Einheimisches Dorf auf Gili Trawangan |
| Eines der vielen Müllfeuer am Morgen |
Nachdem wir die Gilis verlassen hatten, wollten wir auf dem gleichen Weg nach Bali zurück, um unsere Pässe abzuholen. Nur dass wir dieses mal in Materam, Lomboks Hauptstadt, Zwischenstopp machen und nicht in Senggigi, wie auf dem Hinweg. Und genau da sind wir gerade. In Materam gibt es für Touristen eigentlich nicht viel zu sehen, aber wir wollten trotzdem hier hin um einen Eindruck vom indonesischen Alltag außerhalb der Touristen-Hochburgen zu bekommen. Gestern waren wir auf einem Markt, in der Hoffnung hier etwas leckeres zu essen zu bekommen. Als wir den Markt betreten haben, war ich schlagartig satt. der Boden bestand aus einer Mischung aus Staub, Müll und zerquetschten Früchten, über unseren Köpfen hingen Plastikplanen um Schatten zu spenden. Rechts und links der Straße und in den großen Hallen saßen die Leute mit ihren Waren auf dem Boden oder hatten Tische aufgebaut. Es gab Obst und Gemüse, Reis und Gewürze, was auch ziemlich frisch aussah und Fleisch und Fisch: Etwa 13 Uhr mittags, etwas über 30 °C und die Fleischberge oder rohen Fische liegen aufgehäuft auf den Tischen. Ich vermute für das Wort "Kühlkette" gibt es nicht mal eine indonesische Übersetzung... Und so hat es auch gerochen. Die Leute haben nicht mal versucht die Fliegen von ihren Waren zu verscheuchen.
| Markt in Materam |
| Bergeweise getrockneter Fisch |
Abgesehen davon, dass wir hier natürlich auch ohne Kamera schon genug auffallen: Wir sind groß, weiß und rothaarig bzw. blond, alles das was hier sonst niemand ist, kam hinzu, dass ich mit kurzer Hose und Top nicht gerade der muslimischen Kleiderordnung entsprach. Dafür gab es dann den ein oder anderen vielsagenden Blick oder abschätziges Zungenschnalzen. Nach der Flucht vom Markt brauchten wir erstmal eine Überdosis Zivilisation und sind bei Pizza Hut essen gegangen. Hier haben wir eine Pizza bestellt, die angeblich für 4 bis 5 Personen gedacht ist. Daraufhin hat die Kellnerin uns vorgerechnet was uns das kostet und nochmal nachgefragt, ob wir das wirklich bestellen möchten. Die asiatischen Portionsgrößen sind wir mittlerweile gewohnt, deshalb waren wir nicht überrascht, dass wir die Pizza zu zweit locker aufgegessen haben und danach noch Platz für Nachtisch hatten, aber unsere umgerechnet sieben Euro waren gut investiert ;)
Morgen geht's weiter nach Denpasar auf Bali, damit wir übermorgen früh hoffentlich unsere Pässe mit neuem Stempel wiederbekommen.
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Oh, wie gerne wären wir noch mit euch nach Lombok und auf die Gilis gekommen! Das sieht so spannend und toll aus! LG und gute Reise, Flukke
AntwortenLöschenIch bin gespannt auf Eure Erzählungen, wenn ihr wieder hier seit. Geniesst die letzten Wochen Eures großen Abenteuers.Gruß Gilla
AntwortenLöschenWenn das mal keine Strände sind, total schön!
AntwortenLöschenHast du für die Schnorchelaufnahmen ein Unterwassergehäuse? (:
Weiterhin viel Spaß!
Ich habe neben der Spiegelreflex noch eine kleine Digitalkamera dabei und dafür haben wir eine wasserdichte, durchsichtige Hülle ;)
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